Berlins größte Grabung. Forschungsareal Biesdorf. Ausstellung im Neuen Museum Berlin

Am 1. Oktober 2019 eröffnete Prof. Matthias Wemhoff, der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe von Berlin, im Neuen Museum Berlin die Ausstellung „Berlins größte Grabung. Forschungsareal Biesdorf“, die bis zum 19. April 2020 zu sehen ist.

Grußworte zu den mehr als 100 Interessierten, darunter zahlreiche Studierende, sprachen der Staatssekretär für Europa Gerry Woop, der im Berliner Senat zugleich für die Denkmalpflege zuständig ist, und Juliane Witt, Kulturstadträtin von Marzahn-Hellersdorf.

Einen Überblick über die Ausstellung gab die Kuratorin Dr. Anne Sklebitz, die anschließend gemeinsam mit Prof. Wemhoff durch die Präsentation führte.

Die Ausstellung dokumentiert die Ergebnisse der 15-jährigen Grabungen, die im Vorfeld der Bauarbeiten im Entwicklungsgebiet Biesdorf-Süd im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin von 1999 bis 2014 stattfanden. Gezeigt werden Funde, die von der Steinzeit bis in die DDR-Vergangenheit reichen. Einbezogen in die Ausstellung sind ältere Funde, die in den vergangenen Jahren teils zufällig gemacht wurden. Als Highlight ist das Original der berühmten Hirschmaske aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. zu sehen. Es gibt aber auch eine Nachbildung, die das Museumsdorf Düppel als Objekt der experimentellen Archäologie anfertigte und die die Besucher aufsetzen dürfen. Außerdem wird der Nachbau eines Kastenbrunnens in der Ausstellung präsentiert. Anschaulich wird die Arbeitsweise der Archäologen aufgezeigt, unter anderen führen Studierende der Freien Universität außer an Feiertagen jeden Donnerstag und Freitag eine Blockbergung vor. Wer will, kann anhand eines von Jugendlichen erarbeiteten Brettspiels, die von der im Don-Bosco-Zentrum am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße ansässigen Manege gGmbH betreut werden, sich mit dem Alltag in urgeschichtlicher Zeit aktiv beschäftigen.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband erschienen, der zum Preis von 9,- € zu erwerben ist.

Text: Christa Hübner